| Wer kennt Karl Würschinger, von Fritz Janach |
Karl Würschinger ein Landwirt aus Langmannersdorf, Weinkellerbesitzer und Vizebürgermeister beschreibt seinen ersten Eindruck von mir wie folgt: "Da hat’s oba mir grauscht und wie i aufigschaut hab hab i schon gwußt der kummt nimmer weit." Keine falsche Prognose, das waren die letzten Sekunden vor dem mit einer gelungenen Außenlandung etwas zu früh beendeten Streckenflug aus LOAU. Die morgendliche Planung nach dem Wetter, hat den Rudi Frenslich und mich dazu bewogen ein für Motorflieger eher grenzwertiges Vorhaben ( ihr spinnts ja, oder ohne Motor nie) einen Streckenplanung nach Sonnen, das ist ein Flugplatz in Bayern anzugehen. Startzeit 10:30 loc. Wind 360/10kt. Der Bachmeier Franz bringt mich bis Schönborn auf 900NN. Bei guter Entwicklung aber niederer Basis alles so um 1300NN macht sich der Nord erstmals bemerkbar. Langsames vorfliegen bis Langenlois. Von dort hilft die Kraft der Weinberge bereits auf 1700NN, der Sprung über das Kamptal nach Gföhl. Ab jetzt wird’s schnell. Das heißt bei uns, für Motorpiloten noch immer bescheidene 110km Durchschnitt über die nächste Stunde. An Zwettl vorbei nach Freistadt und dort einmal meine bescheidene Frage: Wo ist denn da der Flugplatz? Außer ein paar netten Antworten von den noch immer hörbaren Stockerauern, die nicht wirklich die Lage des Platzes betreffen keine richtige Auskunft. Aber nachdem ich eh nicht landen will geht’s nördlich von Linz vorbei bis nach Aschach an der Donau. Der Rudi ist mir nach wie vor auf den Fersen, aber nicht mehr lange. Ich mache einen taktischen Kurswechsel in die Alpen, Sonnen kann warten oder vielleicht kommt der Rudi eh hin. Für mich reizvoller in jedem Fall der Schwenk da die Berge den Fluggenuss dieses Fluges zusätzlich bereichern. Der Einstieg in die Alpen erweist sich als recht einfach. Nach Querung der Donau von Aschach kommend nördlich an Linz und Wels vorbei in die Voralpenhügel. Am Sensengebirge erstmals die 2000NN Marke mit 2500NN klar überwunden. Bis auf den sch.... Wind bisher gar nicht schlecht. Anflug aufs Tote Meer, erstmals Blick übers Tote Meer hin zum Grimming. Weiter möchte ich heute nicht fliegen, da die Basis in diesem Bereich nicht über 2600NN ansteigt. Die Frage ob ich will oder nicht beantwortet sich in der nächsten halben Stunde von selbst. Vorerst über das Tote Meer ruhiger Anflug Richtung Grimming aber nur ein paar Sekunden. Den Spruch zuerst denken dann reden kann ich jetzt abgewandelt auf ....... und dann fliegen abwandeln. Im freien Fall links der Toplitzsee, rechts der Kammspitz geht’s mit 4 – 5 Meter/sek bergab. Die stolzen 2600NN schmelzen in nicht ganz 6 Minuten auf 1300NN über Admont. Weit über mir der Reichenstein, knapp unter mir die Landewiese. Fahrwerk heraus und noch einmal probeweise auf den Hang neben der Landewiese. Und zack, der Thermik Gott hat Erbarmen mit 4 – 5 Metern/sek geht’s wieder bis auf 2300NN. Adrenalin unter Kontrolle kurzer Rundblick und dann eine Sicherheitsentscheidung die mir schon jetzt gut 2 Stunden vorher und 100km entfernt, keiner von uns weiß es zu diesem Zeitpunkt wirklich, ein Treffen mit Herrn Würschinger bescheren wird. Ich fliege nicht über den Schoberpass und dann südlich entlang die Linie Hochschwab Veitsch Rax Schneeberg sondern beschließe den Weg über die Linie Bosruck, Gesäuse bzw. nördlich davon einzuschlagen. Der Nord nimmt in dieser Höhe auf ca. 40km/h zu und es ist bereits 16:30loc. Diese Streckenwahl bringt mich zwar gegen den Wind immer in landbares Gelände, die Höhenreserven für den Vorflug nach Osten sind aber entsprechend gering. So dahinschleichend geht’s einmal bis Lilienfeld ganz gut. Dort bräuchte ich zusätzliche 200 Meter, die ich nicht mehr erwische. Damit ist für mich ein Anflug Schöpfl, Riederberg, südlich vorbei an Tulln nicht mehr möglich. Auf einen Zufallsaufwind hoffend kreuze ich die Westautobahn mit Kurs Zwentendorf. 1000 Meter unter mir und 5 Kilometer östlich muß etwa jetzt Herr Würschinger beschlossen haben seine Ländereien zu besichtigen. Über Funk sind die Stockerauer bereits von der bevorstehenden Außenlandung informiert. Mit den besten Glückwünschen werde ich meinem Schicksal überlassen. Der Rudi hat’s geschafft. Er ist fast bis Sonnen geflogen und hat trotz einem Tiefpunkt über Freistadt den Rückflug gemeistert. Keine einfache Sache BRAVO RUDI ( sein Bericht folgt noch ). Rudi meint’s zwar gut, aber ich komm trotz seiner Aufmunterungen nicht mehr weiter. Jetzt geht’ flott, aber leider nach unten. Über dem von mir in 400 über Grund ausgewählten Acker zwei Kreise. Starke Windversetzung nach Süden daher ein recht kurzer Gegenanflug der mir im Queranflug die Möglichkeit zum Höhenabbau gibt. Knapp vor dem Aufsetzen ein kleines Hopala. Auf der den Acker begrenzenden Straße kommen gerade zwei Autos daher. Kurz weggezogen, die Landung wird zwar etwas länger als geplant, aber dann weich in einem frisch angebauten Acker aufgesetzt. Der erlebte Flug und die geglückte Außenlandung lassen die Enttäuschung über die nicht gelungene Heimkehr vergessen. Jetzt ist es soweit, ich lerne Herrn Karl Würschinger kennen. Er nimmt mich sofort mit in seinen Weinkeller und bei einigen Kostproben übersehen wir fast die rasenden Rückholer. Mit einem Glasl in der Hand kann ich den Gerhard, den Franz und den Herbert bereits leicht erfrischt begrüßen. Insgesamt ein toller Flug, fast 7 Stunden und 410 km liegen zwischen dem Start und der Landung. Rückblickend war sowohl die Wettereinschätzung und die Streckenwahl gelungen. Die Außenlandung hätte nur durch ein mir zu hohes Risiko und tiefem fliegen in unlandbarem Gelände vermieden werden können. Da wir aber vom Spaß und nicht von der Gefahr unserer Betätigung unsere Freude ableiten war für mich klar auf der sicheren Seite zu bleiben. Am Muttertag lockeres Ausfliegen mit Erich und Rudi auf der uns jetzt ja bereits gut bekannten Strecke nach Dobersberg. Der Günther Mayer ist an diesem Tag über 5 Stunden in der Luft geblieben. Damit ist eine Bedingung zur Erlangung des Silber C erfüllt. Der 50 km Streckenflug die nächste Bedingung, folgt so hat er mir versichert in den nächsten Tagen. Sollte das Wetter mitspielen gibt’s sicher bald den ersten 500er aus LOAU. GAGL ( Glück ab gut land ) OE - 5658 |