OE 5658 LOAU-LOWK, 17. 05. 2002, von Fritz Janach
Dep: 11:44 loc
Arr: 13:13 loc

Seit mehreren Jahren habe ich diesen Flug bereits im Kopf. Für Streckenflieger keine wirkliche Distanz ca. 250 Kilometer Luftlinie, aber für mich doch ein Unterfangen mit erheblichem Adrenalinausstoß.


Die Vorbereitungen sind bereits mit dem genauen Wetter vom 16. 05. also dem Vortag ins Rollen gekommen. Der 17. 05. verspricht bei noch nicht all zu hoher Gewitterneigung im Hauptkammbereich gute Bedingungen. Die Bereiche südlich und nördlich des Hauptkammes sind einerseits, südseitig von einer aufkommenden stabilisierenden Südströmung, und andererseits, nordseitig im Raum LOAU, durch eine noch sehr stabile Luftmasse gekennzeichnet.
Von den Voraussetzungen war einmal klar, späte Startzeit und einen langen Schlepp Richtung Pernitz einplanen zu müssen. Mit Wolfgang steht mir ein bekannt stoischer Typ zur Verfügung, von dem mir auch klar war, dass er wegen der Schleppdauer nicht gleich sagt " Da kannst ja besser gleich mit dem Motorflieger nach Klagenfurt fliegen."
So gegen 10:45 erste von LOAU aus sichtbare Bummerln in Richtung Schneeberg. Den Wolfgang ersuche ich um eine Startzeit so gegen 11:30. Um 11:44 heben wir dann Richtung Alpenvorland ab. Der Schlepp führt uns in beängstigend ruhiger Luft an Tulln vorbei zum Schöpfl und von dort zu den bereits gut entwickelten Bummerln im Bereich Kieneck wo ich gegen 12: 15 Wolfgang dankend verlasse.
Der Flug führt jetzt über den Rohrer Sattel hin zum Gföller von dort bereits mit Basishöhen um 2800NN weiter Richtung Bürgeralpe. Direkt vor Mariazell erstmals Basis über 3000NN. Damit bin ich einmal in der Lage vom Zeller Hut westlich an der Kräutnerin vorbei auf die Messnerin zu fliegen und dort der wunderbare Blick auf den Grünen See bei Oberort. Geographisch ist bei diesen Sichten und der doch vorhandenen Kenntnis dieses Bereiches aus meiner Klagenfurter Zeit kein Problem, die Wettersituation entspricht beziehungsweise übertrifft eigentlich die Erwartungen. Es ist zwar feuchter als erwartet, zu der frühen Zeit in der ich im Mariazeller Bereich war sind aber noch keine Überentwicklungen vorhanden. Erst viel später im Kärntner Raum klagen einige andere Segelflieger über Schauerbildungen in Bereich Mariazell, Hochschwab.
Seit Mariazell habe ich im Übrigen bereits mit AH, das ist der Armin Haberl aus Klagenfurt Funkkontakt, der mir durchwegs positive Meldungen für meinen Flugweg gibt.
Weiter über den Präbichl zum Eisenerzer Reichenstein und zur Messnerin. Im Geradeausflug kaum unter 140km/h, und bei Bärten mit durchschnittlich 3m/s macht das Streckenfliegen enormen Spaß. Die Strecke Richtung Trieben fliege ich bis zum Zeiritzkampel auf der Nordseite und quere dann bei Gaishorn Richtung Hohentauern. Jetzt bin ich schon fast zu Hause. Ab hier geht sich noch ein Schwenk nach Westen bis zum Schießeck aus. Dann aber Kurs Süd nach Klagenfurt. Bis hier her hatte ich immer Höhen zwischen 2600NN und 3100NN gehalten, die sinkende Landschaft Richtung Klagenfurt erlaubt jetzt einen geraden Anflug Stolzalpe, Strassburg, St. Veit, wo ich mich wie ein "Großer" als OE-5658 auf einem Sichtflug von LOAU nach LOWK mit dem Ersuchen zum Einflug über die Sichtflugstrecke St. Donat zwecks Landung in Klagenfurt anmelde.
Die Landung in Klagenfurt erfolgt um 13:13loc.
Nach kurzer Rauchpause wie versprochen die Landemeldung in LOAU, wo sicher auch die Freude nicht mit dem Hänger ausrücken zu müssen entsprechend groß sein dürfte.


Rückblickend ist dieser Flug für mich von größerer Bedeutung als manch ein weiterer Flug mit dem Segler. Die Brücke zwischen meiner alten und neuen fliegerischen Heimat im Segelflug herzustellen ist einfach etwas ganz besonderes gewesen.
PS.: Der Rückflug war dann am 18. 05. höchst unkompliziert mit der Tyrolean. Abflug KLU 18:20, Ankunft VIE 19:10.
GAGL

OE-5658

Fritz