Heimweg vom Segelfluglager in Nötsch, von Rudi Frenslich


Am vorletzten Tag des Segelfluglagers in Nötsch, am 1.6.02, war es Gott sei Dank auch wieder recht schön. Nachdem der Wetterbericht in den Alpen Höhen von 4200 m und Steigwerte von 1-1,5 m/s versprach, entschloss ich mich, den Heimflug nach LOAU zu probieren.

Um 10.54 ließ ich mich auf die Windische Höhe schleppen, wo ich in 1000 m Höhe klinkte. Dass es nicht der Hammertag sein würde, merkte ich an der Tatsache, dass ich in kürzester Zeit 400 m wieder verloren habe. Ich brauchte fast eine Stunde, um wieder auf meine Ausklinkhöhe zu kommen. Über den Weißensee bin ich dann zum Goldeck, von dort entlang der Tauernautobahn in Richtung Mauterndorf, das ich links liegen ließ. Über den Hochgolling querte ich ins Ennstal, leider war die Basis nicht wie im Wetterbericht auf 4200, sondern nur auf 3100 m, also nicht wesentlich höher als Gipfelniveau. Von jetzt an erreichte ich für den Rest des Fluges bis Stockerau nie mehr wieder die Basishöhe, die dann auch noch auf 2200 sank. In Niederöblarn hatte ich keinen Funkkontakt mehr mit meinen Segelfliegerkollegen in Nötsch und so meldete ich mich per Handy bei meiner lieben Frau und sagte ihr, wo ich sei und dass ich weiterfliegen würde.

Bei Rottenmann wechselte ich ins Gesäuse, wo es von Mooslandl bis Wildalpen nicht gerade allzu hoch unter dem Gipfel des Hochschwabs dahinging. Über Wildalpen und Kräuterin flog ich Richtung Gemeindealpe, wo ich leider etwas zu tief auf der Leeseite ankam. Trotz dem es mich dort heftig durchgeschüttelt hatte, konnte ich nach längerem Suchen erst wieder etwas nördlich des Mariazeller Flugplatzes (hier war ich nur mehr 200 m über Platzhöhe und zur Landung gemeldet) eine Thermik finden, die mich auf 2000 m Höhe brachte. Von dort an flog ich bei starkem Gegenwind (ca. 40 km/h) und immer schlechter werdendem Wetter Richtung Annaberg und Türnitz. Dort trat ich das erste Mal mit unserem Betriebsleiter in Stockerau in Funkverbindung und ließ mir einen nicht allzu optimistischen Wetterbericht von LOAU durchgeben.

Ohne Sonne und Thermik, also nur im Gleitflug, ging's nach Sieghartskirchen, wo ich rettende 30 m gutmachen konnte, die mich nach Langenlebarn brachten, wo ich mich mangels Höhe zur Landung anmelden musste. Aber es tat sich über der Piste ein Sonnenfleckerl auf, dass mich 200 m höher brachte, was reichte, um sicher in den Heimathafen zu kommen. Um 17.46 landete ich nach ca. 7 Stunden Flugzeit glücklich in LOAU.

Obwohl dieser Flug mit 342 km nicht unbedingt eine enorme Strecke darstellt, habe ich mich sehr gefreut, das geschafft zu haben.

Im Anhang befinden sich eine Karte und die Statistik zu diesem Flug.

Rudi