Privates
Fliegen! Die Gratwanderung einer Minderheit?
Am Beispiel des Flugplatzes Stockerau ist die nicht immer einfache Situation
aller am Flugbetrieb mitwirkenden Gruppen einfach darstellbar.
Vor mehr als 40 Jahren, Begeisterung. Flieger sind Herren der Lüfte,
umschwärmt und beneidet ob ihrer Fähigkeiten. Aber, schon damals,
wurde vom Publikum gemäß dem Motto Brot und Spiele entweder
der kühne Kunstflug oder der spektakuläre Absturz bejubelt oder
beklagt.
Wir in Stockerau sind ein Verein, dessen Geschichte bis Anfang der 60
er zurückreicht. Der jetzige Standort besteht bereits seit 25 Jahren.
Die erforderlichen Bemühungen zur Errichtung und zum Betrieb unseres
Flugplatzes standen aber nie im Rampenlicht.
Was schaffen wir?
Ein eigener Flugplatz, ein eigener Hangar, eigene Flugzeuge. Materielle
Werte. Die Bildung einer Gemeinschaft, die Ausbildung der eigenen Person,
die Schaffung menschlicher Qualitäten. Ideelle Werte.
Heute finden wir uns in einer Wegwerfgesellschaft wieder, in der, gemeinsame
Interessen, außer zum Broterwerb, keine große Bedeutung darzustellen
scheinen. Verloren gegangen ist, und hier schließt sich der Kreis,
die Besinnung auf Gemeinsamkeit und Umwelt.
So wie die Zubringerstraßen zum Wochenenddomizil im Grünen,
die Urlaubsreisen mit dem Flugzeug in ferne Länder, das Konsumverhalten
generell, so ist auch die private Fliegerei gewachsen.
Am besten scheint der persönliche vierspurige Zubringer zum Ferienhaus,
die bis zur Haustüre reichende Versorgung mit Essen und Trinken.
Aber Achtung, nicht vergessen nur ja keine Belastungen außer der
selbsterzeugten.
Wir, die Mitglieder des FSV 2000, wohnen in den umliegenden Orten wie
die, die sich durch unseren Fluglärm gestört fühlen könnten.
Hier beginnt der subjektive Teil. Der Rasenmäher des Nachbarn stört
so lange nicht so lange im eigenen Garten gemäht wird. Der nachbarliche
Grillduft wird erst zum unerträglichen Gestank, sobald die Luft vom
eigenen Grillduft frei ist. Das angenehme satte Brummen eines Flugzeugmotors
wird erst dann, ...........
Leider scheint es schick Piloten, diesen angeblich steinreichen Umweltzerstörern,
eins auszuwischen. Am Besten wäre ihnen das Fliegen zu verbieten.
Da wir uns als Nutzer des Flugplatzes Stockerau auch an die in den umliegenden
Orten lebenden Menschen wenden, haben wir doch ein gewisses Problembewusstsein
entwickelt. Aber eines ist klar:
Fliegen erfordert einen Flugplatz. Fliegen erfordert die Möglichkeit
zur Nutzung des Luftraumes.
Lärmbelastung wird, neben der mit einem Pkw vergleichbaren Abgasbelastung,
die einzige Belastung, die durch unser Hobby der Umwelt entsteht, von
uns sehr bewusst eingeschränkt und wo möglich ganz vermieden.
Wir versuchen durch
den Kontakt mit Anrainern, einzelne Problemfälle direkt zu klären.
Wir variieren unsere Flugrouten, um eine möglichst schonenden Flugweise
gegenüber den Anwohnern zu gewährleisten.
Wir haben auch ohne gesetzlicher Verpflichtung, immer wieder Verfahren
eingeführt, die uns eine möglichst hohe Akzeptanz der Anrainer
sichern.
Wir bauen in unsere Flugzeuge die Triebwerke der letzten, leisesten Generation
ein.
Insgesamt betreiben, im Rahmen ihrer Vereinstätigkeit, 400 Mitglieder,
das ist mehr als die Einwohnerzahl, manch umliegenden Ortes, am Flugplatz
Stockerau ihr Hobby.
Allein schon die Anzahl der Vereinsmitglieder dokumentiert
die Bedeutung des Standortes. Hinter einem Flugsportverein zu stehen ist
nicht immer Sache der lokal Politik, aber auch da sind wir in Stockerau
bestens aufgehoben.
Unser Flugsportverein ist ein nicht unwesentlicher Bestandteil der Stockerauer
Vereinswelt. Unsere Mitglieder sind vielfach, sowohl beruflich, als auch
durch ihre Tätigkeit in anderen Vereinen, fixe Bestandteile im Gemeindeleben.
Schon deshalb ist es unser Vereinsinteresse unsere Tätigkeit im Einvernehmen
mit unserer Umwelt zu leben. Andererseits ersuchen auch wir unsere „Gegner“
einen Blick über den Tellerrand zu riskieren und nicht nur einfach
gegen uns zu sein, sondern zu versuchen gemeinsam vermeidbare Belastungen
zu beseitigen.
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